N.W.A. And The Posse – ein Cover, zwölf Geschichten (1987)

1987 erschien die LP N.W.A & The Posse auf Macola Records, und viel muss man zu der Scheibe nicht sagen. Außer vielleicht: Wer zum Henker sind eigentlich die ganzen Leute auf dem Cover? Der Autor Martin Cizmar vom Magazin Phoenix New Times stellte sich 2010 genau diese Frage und machte sich auf den Weg, das Geheimnis zu ergründen. Im Rahmen des 12-teiligen The Posse Project rekonstruierte er die Story des Covers und der einzelnen Posse-Mitglieder bevor, während und nachdem das Foto geschossen wurde – dazu machte er einen Großteil der Abgelichteten ausfindig und befragte sie. Hervorragende Arbeit.

Cover des Original-Releases auf Macola Records

Los geht es hinten links mit dem vom A. halb verdeckten DJ Train, der 1994 bei einem Feuer ums Leben kam. Rechts oben ist Sir Jinx, links kniend MC Chip, dann kommen MC Ren und Eazy-E, Kid Disaster, darunter Dr. Dre, Ice Cube, Arabian Prince, DJ Scratch (der auf dem CD-Cover komplett rausgeblockt wurde), ganz vorne schließlich Krazy Dee und Candyman… ja, richtig gelesen, der Typ, der hier stolz die Tennissocken präsentiert, landete 1990 mit dem fragwürdigen Knockin Boots einen Pop-Hit, der weltweit im Radio lief. Im Video sieht man Tone Loc sanft das Mikrofon streicheln. Unfassbar.

Der Vollständigkeit halber: Cover des Re-Releases auf Ruthless/Priority von 1989

Danke (mal wieder) an DJ Emilio, durch den ich auf die Artikel gestoßen bin.

5 Gedanken zu “N.W.A. And The Posse – ein Cover, zwölf Geschichten (1987)

  1. mein gott ist das ewig her…..

    ich erinnere mich das ich winter 1992 in celle bei street sounds von meinem erstem azubi gehalt „straight outta compton“ kaufte. 2 monate dauerte es bis das ding geliefert war…
    dann habe ich 1993 „NWA and the posse“ sowie „100 miles and running“ bei emp bestellt…(genau emp der metal-handler. da gab es auch die britcore band hijack)
    im sommer 1993 erfuhr ich dann aus dem stern-magazin von gurus „jazzmatazz“ (das ding flasht mich noch heute)
    und
    ich glaube 1991 er fuhr ich von „efil4zaggin“ die, da sie hier vom bmg vertrieben wurde 92/93 beim örtlichen radio/TVladen…

    ich habe noch wage erinnerungen an div videos die ich in den 7 tv-programmen finden konnte. irgendwann auf dem ddr2 lief mal „100 miles and running“. auf einer sendung sie auf sat1 lief, und von trini trimpop moderiert wurde, konnte ich dr.dre „let me ride“ sowie wu tang sehen….
    an der berufsschule war es in ce mit nem ice-t shirt übrigens eher uncool. große weiße jungs mit nicht so langen haaren fanden das eher uncool.
    was solls ich leb den scheiss immer noch.

    • Recht haste, damals war’s nicht so einfach mal schnell was zu bestellen und es zwei Tage später in der Hand zu halten, da musste schon Arbeit und Geduld investiert werden. Obwohl wir hier in Berlin eigentlich halbwegs Glück hatten mit den Plattenläden, auch die größeren Ketten wie WOM hatten schon relativ früh eine Ecke für Rap.

      Wenn Du vom „Stern“ schreibst muss ich dran denken, wie mühsam man sich damals die Infos zusammensammeln musste… an EMP-Kataloge erinnere ich mich auch noch, es gab auch noch einen Punk-Mailorderladen (Namen hab ich vergessen), der hatte auch immer eine Seite mit Hip Hop, sogar ziemlich rare Sachen zu unfassbar günstigen Preisen. We Bite und UNDERGROUND kenne ich noch, Crazy Large aus Hamburg war auch sehr nice mit vielen Shirts und anderem Merchandise-Kram… ein paar von den alten Katalogen müssten hier sogar noch irgendwo rumfliegen.

  2. ich kann mich erinnern das der mailorder Lostandfound sachen im Programm hatten, dann gab es noch diesen katalog, der vierteljährlicheraus kam. gedruckt war der auf dünnem papier und hatte gefühlte 1000 seiten. ins internet zeitalter hat der es nciht geschafft warum auch immer.

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    Ich bin der Meinung das da noch ein Artikel über Ron-De-Vu fehlt, oder habe ich den übersehen?

    • Das ist ja gerade das Ding, dass eigentlich kaum einer vom Cover auf der Platte zu hören ist, bis auf N.W.A mit Arabian Prince… Yella und D.O.C. fehlen ja auch. Das Cover hat eigentlich gar nichts mit dem Album an sich zu tun, wenn man’s genau nimmt. Das gleiche Coverbild wurde übrigens auch für die N.W.A.-Maxi Panic Zone verwendet.

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