Wie das alles begann: RZA aka Prince Rakeem

RZA Prince Rakeem

Bevor Robert Diggs beschloss, als RZA mit dem Wu-Tang Clan das Rap-Game zu revolutionieren, nannte er sich Prince Rakeem und hatte es nicht leicht. Nicht nur, dass seine Gruppe FOI/All In Together Now keinen Plattenvertrag bekam, ihn plagten auch Probleme mit der Damenwelt – die Zahl der Ladies, die ihn begehrten, war eigenen Angaben zufolge überwältigend groß. Was macht man da? Ladies Love Cool Rakeem tat das einzig richtige: Auf dem Solopfad produzierte er 1991 das Klagelied Ooh I Love You Rakeem samt Video, das dank Kameraoptik und bunter Klamotten an diesen anderen edlen Prinzen erinnert, der in Bel Air seinem Onkel auf die Nerven ging.

Track und Clip lieferten eher wenig Anhaltspunkte dafür, dass der bestens gelaunte Typ mit nichts als Mädels im Kopf nur ein paar Jährchen später das knochenharte Enter The Wu-Tang (36 Chambers) produzieren und mit den Gravediggaz die dunkelsten Ecken der menschlichen Psyche ausloten sollte. Allein das Cover der Scheibe hatte mehr Farben als alle Wu-Tang-Releases zusammen:

OOh Cover

Die Nummer haben wir wohl in erster Linie dem Label Tommy Boy zu verdanken, das Prince Rakeem mit einer radiofreundlichen Nummer und dem Image des Ladies Man zum Charterfolg verhelfen wollte (was komplett in die Hose ging). Einen kleinen Vorgeschmack auf die Dinge, die da noch kommen sollten, lieferte der zweite Track auf der EP: Deadly Venoms, das seinen Namen von einem der von RZA verehrten Kung-Fu-Filme der 70er Jahre entleiht, ging noch nicht ganz den Weg der Shaolin, aber die Richtung stimmte zumindest.

Auch der dritte Track auf der EP Sexcapades, produziert von Easy Mo Bee, war nicht von schlechten Eltern. Allerdings kommt das Ding nicht an Givin‘ Up The Nappy Dug Out von Ice Cube ran, der auf dem selben Sample von Booker T & The MGs und ebenfalls 1991 den ultimativ-dreckigen Sextrack ablieferte.

Trotz der vertraglichen Option auf ein Album gab es keine Solo-LP auf Tommy Boy, da Prince Rakeem zu der Zeit einen unfreiwilligen Urlaub auf Staatskosten einlegen musste. Wir wir mittlerweile alle wissen, fand seine Geschichte aber trotzdem ein glückliches Ende.

Mindestens ein anderer Wu-Tang-Member hatte übrigens ein ähnliches Frühwerk draußen – mehr dazu demnächst bei Wie das alles begann…

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