Golden Samples Wu-Edition: 16 Kung-Fu-Filme, die den Wu-Tang Clan inspirierten

Enter The Wu-TangMehr als 20 Jahre ist es her, dass das Album Enter The Wu-Tang (36 Chambers) wie eine Bombe einschlug. Die Geschichte des Wu-Tang Clan ist seit jeher eng mit den Kung-Fu-Filmen verknüpft, die in den 70er und 80er Jahren zumeist in Hong Kong produziert wurden. Unzählige dieser Werke rund um Ehre, Disziplin und Philosophie gepaart mit aberwitzigen Kampfeinlagen dienten dem Clan und Chefproducer RZA als Inspirations- und Samplequelle. Eine Auswahl von 16 Filmen habe ich hier zusammengestellt, jeweils in voller Länge und natürlich in den herrlich unpassenden englischen Synchronfassungen, die für den zusätzlichen Kultfaktor sorgen. Es folgen mehr als 25 Stunden Filmmaterial für den ultimativen Wu-Background-Check!

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Shaolin and Wu Tang (1983)

Shaolin Style gegen Wu-Tang Schwertkampf-Style, so lautet die Kurzzusammenfassung dieses Films, der dem Wu-Tang Clan seinen Namen gab. Regie und Hauptrolle übernahm Gordon Liu, ein Kampfkünstler der alten Schule aus Hong Kong. Unzählige Sprachsamples vom Wu-Debüt Enter the Wu-Tang (36 Chambers) stammen aus diesem Werk, so beispielsweise bei Da Mystery Of Chessboxin‘, Clan In da Front und Bring Da Ruckus sowie Wu-Tang: 7th Chamber. Auch auf I Get My Thang in Action und M.E.T.H.O.D. Man Remix vom Meth-Album Tical sind Samples zu hören.

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Five Deadly Venoms (1978)

Raw, I’m gonna’ give it you! U-God adaptierte seine erste Zeile auf Da Mystery Of Chessboxin‘ aus diesem Film über fünf Kung-Fu-Kämpfer und ihre Stile im Zeichen des Skorpions, des Frosches, der Schlange, des Tausendfüßlers und der Echse. Sprachsamples finden sich auf Mystery Of Chessboxin‘ sowie auf Snakes von Ol‘ Dirty Bastard. Auch die Female MCs der Deadly Venomz aus dem Wu-Umfeld holten sich hier die Inspiration für ihren Namen.

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Ten Tigers of Kwangtung (1980)

Aus den legendären Studios der Shaw Brothers stammt dieser Film, der die Rivalität zwischen den Shaolin-Mönchen, der Quing-Dynastie und den Canton Tigers behandelt. Sprachsamples finden sich auf dem Solo-Track Tical von Method Man (I’ll let you try my Wu-Tang style) und Wu-Tangs Bring Da Ruckus.

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Executioners From Shaolin (1977)

Die verbliebenen Shaolin-Mönche treten in diesem Film gegen Pai Mei an, dessen Figur vielen durch Quentin Tarantinos Kill Bill bekannt sein dürfte, wo er durch Altstar Gordon Liu verkörpert wurde. Den Ausruf Tiger Style hört man des Öfteren auf Wu-Tang Clan Ain’t Nuthing Ta F‘ Wit.

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Fearless Dragons (1981)

Eine für wohltätige Zwecke gedachte Ladung Gold wird gestohlen, zu Unrecht verdächtigt werden ein seltsamer Mann in blauen Socken und ein Typ, der Leute auf seinem Handwagen durch die Gegend chauffiert. Beide müssen ihren Namen reinwaschen… von dieser Story ließ sich RZA nicht abschrecken, als er Hippa To Da Hoppa von Ol‘ Dirty Bastard produzierte und am Ende ein 20-sekündiges Auf-die-Fresse-Sample aus diesem Film verwendete.

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Shaolin vs Lama (1982)

Ausnahmsweise nicht aus Hong Kong, sondern aus Taiwan kommt dieser Actionkracher. Sun Yu Ting will den Tod seines Shaolin-Meisters rächen, der von einem gewissen Lama umgebracht wurde. Für Guillotine (Swordz) von Raekwon und Shadowboxin‘ von GZA bediente sich RZA hier einiger Sprüche.

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The Shaolin Temple (1982)

Ein letzter Shaolin-Tempel stellt sich der übermächtigen Manchu-Dynastie entgegen, deren Ziel es ist, die Mönche des Shaolin und ihren Kampfstil endgültig auszulöschen. Ein Monolog des Abtes aus dem Film bildet das Ende von Wu-Revolution vom 97er-Album Wu-Tang Forever.

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The Four Assassins aka Marco Polo (1975)

Dieser in Deutschland als Marco Polo im Reiche des Kublai Khan erschienene Film ist insofern etwas Besonderes, da hier ein Vertreter der westlichen Zivilisation – der US-Schauspieler Richard Harrison – die Hauptrolle übernimmt. Die Story orientiert sich äußerst frei an der Geschichte des echten Marco Polo, der das Kämpfen hier allerdings den altgedienten Haudegen des Genres überlässt. Das Outro zu Maria (Wu-Tang Forever) entstammt diesem Werk.

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Duel to the Death (1983)

Ein frühes Werk von Ching Siu Tung, der sich später für das Epos A Chinese Ghost Story verantwortlich zeichnete. Der Film glänzt durch absolut irrsinnige Schwertkämpfe, die sich die an Drähten durch die Luft fliegenden Protagonisten liefern. Das Instrumental-Sample zum Intro von Wu-Tang Forever ist hier in seiner ganzen Pracht zu hören.

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The Invincible Armour (1977)

Der unschuldige John Liu wird des Mordes bezichtigt und ist auf der Flucht. Von einem jungen Burschen lernt er die berüchtigte Eisenpanzer-Technik, die der Legende nach nahezu unverwundbar macht. Doch sein Feind, der für die ganze Chose verantwortlich ist, beherrscht sowohl den Eisenpanzer als auch die Adlerkralle… wie John es schaffen, ihn zur Strecke zu bringen? Seht selbst und hört dabei auch den Endmonolog von Little Ghetto Boys (Wu-Tang Forever):

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Avenging Warriors of Shaolin (1979)

In diesem Film der Shaw Brothers feiert der sogenannte Venom Mob seine Rückkehr – dabei handelt es sich um die Darsteller aus 5 Deadly Venoms, die alle ihre Kampfszenen selbst choreographierten und zu den gefragten Stars des Genres gehörten. Der Track Mighty Healthy von Ghostface Killah featuret einige Zeilen des Films um den Shaolin-Mönch Hung Si-Kuan und seinen Kampf gegen Pai Mei und dessen Schergen.

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The Unbeaten 28 (1980)

Die Hauptfigur Tiger, aufgezogen mit einer speziellen Nahrung aus Tigermilch und Wildkräutern, soll die Führung des besiegt geglaubten Klans des Wu-Tang übernehmen. Hellz Wind Staff samplet sowohl eine Kampfszenen als auch den Ausruf May you rot in hell, auf Duck Season gibt es einen Monolog zu hören (beide Tracks von Wu-Tang Forever).

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Shogun Assassin (1980)

Der Protagonist Itto Ogami, ehemaliger Chef-Enthaupter des Shogun, muss mit seinem vierjährigen Sohn fliehen, nachdem er es sich mit dem Boss verscherzt hat und dieser seine Frau ermorden ließ. Die beiden begeben sich auf eine extrem blutige Reise, auf der der Vater seinen Sohn in die Kunst des Tötens einweiht. Samples aus diesem japanischen Film ziehen sich wie ein roter Faden durch das Album Liquid Swords von GZA, der mehrminütige Monolog des Sohnes dient als Intro. Der MC Shogun Assasson von Killarmy hat den Film vernutlich auch gesehen.

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The Mystery Of Chessboxing (1979)

Dieser Film ist nicht nur der Namenspate für den 93er-Track Da Mystery Of Chessboxin‘: Der auch als Ninja Checkmate bekannte Streifen dreht sich um den Kung-Fu-Schüler Ah Pao, der den Mord an seinem Vater rächen will. Der Name des Mörders? Ghost Face Killer! Das Clan-Pendant Ghostface Killah nutzte einen Ausschnitt für den Track Poisonous Darts vom Album Ironman.

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Snake and Crane Arts of Shaolin (1978)

Die acht Meister des Shaolin sind verschwunden – ihre einzige Hinterlassenschaft ist ein Buch, das der Kämpfer Hsu Yiu Fong mit Leib und Leben verteidigt. Ein junger Jackie Chan spielt die Hauptrolle in diesem Film, ohne den das Wu-Tang Debüt Protect Ya Neck ohne seinen fulminanten Einstieg hätte auskommen müssen.

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The 36th Chamber of Shaolin (1978)

Produziert von den Shaw Brothers und mit Gordon Liu in der Hauptrolle gilt Die 36 Kammern der Shaolin als der ultimative Kung-Fu-Film. Die Gechichte um den Schüler San Te, der vom jungen Draufgänger durch harte Arbeit zum disziplinierten Meister aufsteigt, hatte erheblichen Einfluss auf die Geschichte des Wu-Tang Clan – allen voran RZA, der in einem Interview sagte, dieser Film habe sein Leben verändert. Dementsprechend hoch ist die Anzahl der Überschneidungen: Master Killer hat seinen Namen aus diesem Werk, das Wu-Tang Debütalbum leitet seinen Namen aus dem Titel ab und die Samples ziehen sich durch den gesamten Release-Katalog des Clans.

Diese Liste ist natürlich nicht komplett, es gibt noch zig weitere Filme dieser Art, die den Wu-Tang Clan beeinflusst haben. Wer weitere Infos sucht, der findet hier ein Interview mit RZA, in dem er viel Interessantes über die Kung-Fu-Connection berichtet.

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