It’s probably all the chronic that I’ve smoked…

born-gangstaz-front1

Bo$$ – Born Gangstaz

Jahr: 1993

Gute weibliche MCs waren schon immer eher die Ausnahme.  Überprüfe ich meine Sammlung, so fallen nur eine Handvoll Namen in die Kategorie „Female MC“. Da hätten wir unter anderem YoYo, BWP, MC Lyte, Hurricane G, HWA und… Bo$$.

Heutzutage hat man ja schon so ziemlich alles gesehen. Früher war das noch anders, deshalb erregte Bo$$ aus Los Angeles mit ihrem Auftreten einiges an Aufsehen. Komplett in schwarz, Mütze, Sonnenbrille, kugelsichere Weste und schwer bewaffnet, so betrat sie 1993 meinen Fernsehbildschirm und berichtete auf einer Granate von Beat über Mord, Totschlag, Marihuana und ihrem Hang zum paranoiden Wahnsinn. Prouziert von Def Jef wurde „Deeper“ ein Hit, das dazugehörige Video kam in die Yo!MTV Raps-Rotation, und das Album „Born Gangstaz“ schaffte es bis auf Platz 22 der Billboard Charts.

Die ursprünglich aus Detroit stammende und auf Def Jam West (wo bspw. auch das South Central Cartel sein Unwesen trieb) gesignte Rapperin wurde ihrem martialischen Image mehr als gerecht. Gekonnt lieferte sie mit „Progress of Elimination“, „Drive By“ oder „I Don’t Give A Fuck“ kompromisslosen Gangster-Rap der härtesten Sorte auf Produktionen von AMG, MC Serch (3rd Bass) und Jam Master Jay. Echte Ohrwurmqualität hat „Recipe of a Hoe“, die zweite Hit-Single, getragen von einem Isley-Brothers-Loop sowie einem gesampleten Willie D, der feststellt „You gotta let a Hoe be a Hoe“.

Die Karriere der selbsternannten „Mad Bitch“ fand übrigens ein jähes Ende, als sie in einem Interview mit dem Wall Street Journal aus ihrer Kindheit in Detroit plauderte. Privatschule und Ballettunterricht waren die Stichworte, die dazu benutzt wurden, um Bo$$ in die Fake-Ecke zu stellen. Wer ihre Seite der Geschichte lesen will kann das hier tun. Mich interessiert das alles eher weniger, denn das Album und die ausgekoppelten Singles sind sowieso über jeden musikalischen Zweifel erhaben.

Davon könnt Ihr Euch anhand von „Deeper“ natürlich auch selbst überzeugen, falls noch nicht geschehen!

Tracklist

1.Intro: A Call From Mom

2.Deeper

3.Comin’s To Getcha

4.Mai Sista Izza Bitch

5.Thelma & Louise

6.Drive By

7.Progress Of Elimination

8.Livin‘ Loc’d

9.Recipe Of A Hoe

10.A Blind Date With Boss

11.Catch A Bad One

12.Born Gangsta

13.1-800-Body-Bags

14.Diary Of A Mad Bitch

15.2 To Da Head

16.I Don’t Give A Fuck

17.Outro: A Call From Dad

us1

8 Gedanken zu “It’s probably all the chronic that I’ve smoked…

  1. Endlich gehts weiter hier, dachte schon du wolltest aufhören! Also, Boss Album Hammer, mein Favorite auch ganz klar Deeper, das liegt aber auch am Sample den ich Hammer finde (und der glaub ich auch schon 1 Million mal verwendet wurde). Def Jef seine ersten beiden Alben finde ich übrigens auch ganz nett 😉

    • Hahaha nee, ich hör nicht auf, hatte nur’n bißchen wenig Zeit die letzten Tage. Kommst Du eigentlich immer über die englische Seite her? Sonst musst Du Dir mal die deutsche bookmarken, die ist immer aktueller, das erste Bushwick Bill – Album ist jetzt auch am Start -> 90erhiphop.wordpress.com

  2. Pingback: Schandmaul aus New Jersey: Big C – Look Alive (1995) | The Golden Era - Rap aus den 80ern & 90ern + mehr

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.