KGB – Klik Ga Bow aus dem Schatten des Wu-Tang

Auch auf die Gefahr hin, dass ich demnächst erschossen in der Spree treibend aufgefunden werde: Der russische Geheimdienst hat(te) vielleicht mehr Macht, aber KGB (Klik Ga Bow) aus dem Dunstkreis des Wu-Tang Clan hatte definitiv die besseren Beats. Mit mehreren 12″-Releases erweiterten sie den unüberblickbaren Output der 90er um einige Perlen. Erstmals traten sie 1990 auf den Plan, damals noch gänzlich auf eigene Faust mit The Big Payback – James Brown lässt grüßen.

1993 brachten Asiatic, DJ Ken, Ill Knob und Raheem dann Pick Up The Pace / Crack the Brew über Mascot Records auf den Plastik-Schwarzmarkt. Die A-Seite ist eine geniale Uptempo-Nummer und verbreitet gute Vibes… Kopfnicken mit einem Lächeln auf dem Gesicht.

Ein Jahr später kam dann noch die Promo-Scheibe Freek Tha Flow raus, wie gehabt, schnelleres Tempo, schönes Ding straight from Coney Island mit einem zeitgenössischen Zungenbrecherreim hier und dort. Absolut typischer Sound für die Zeit.

1995 – die letzten bunten Kani-Gewänder wandern zur Altkleidersammlung und machen Militäroutfits mit schwerem Schuhwerk Platz, und auch für KGB bringt das Jahr Veränderungen. Auf dem neuen Release prangt nun erstmals ein Wu-Tang Logo. Der Sound wirkt deutlich schwerer, was nicht zuletzt am Wu-Genie 4th Disciple liegt, der die mittlerweile vierte Single von KGB produziert: Bless Ya Life basiert auf Strong As Death (Sweet As Love) vom wunderbaren Al Green (was hätten einige Clan-Producer eigentlich ohne ihn getan?) und ist eine Wohltat für alle, die Keyboard- und Synthiebeats aus Prinzip links liegen lassen.

1996 erschien dann die letzte offizielle Platte der KGB-Crew: Die A-Seite Heads On erinnert mich soundmäßig stark an den Output der Boot Camp Click zur damaligen Zeit, was ja schonmal nicht schlecht ist. Ein paar schöne Cuts gibt es auch, was will man mehr?

Die B-Seite gefällt mir persönlich aber noch besser: Yeah You ist einer dieser reduzierten Tracks alter Schule, die sich auf jedem Mixtape gut machen. Ordentlich Representing, Bekenntnisse zu Grünpflanzen, etwas Waffenkunde und eben alles, was sonst noch dazu gehört… Klik Ga Bow kid, this is how we do!

Laut  der kargen Internet-Infos zu Klik Ga Bow war die Crew wohl auch mit den Ladies der Deadly Venomz ziemlich dicke – quasi als Bestätigung dient PYN Symphony ft. MMO, KGB und Deadly Venomz. Dieses letzte Lebenszeichen von Klik Ga Bow aka KGB findet sich auf der raren Protect Ya Neck EP (2002) vom Tokioter Label Handcuts Records. Es gibt deutlich schlechtere Arten, sich zu verabschieden.

Moment, da war doch noch was? Ach ja, irgendwann erblickte ein inoffizielles Album mit diversen (un)veröffentlichten Tracks das Licht der Online-Welt. Für diese Rarität gibt es die volle Empfehlung meinerseits, und wer nach dem Lesen/Hören Blut geleckt hat,  der holt sich das Teil zum Beispiel drüben bei Undercream ab.

3 Gedanken zu “KGB – Klik Ga Bow aus dem Schatten des Wu-Tang

  1. Geile Sache, dass du dir wieder Zeit nimmst zum bloggen.

    bei diesem geilen Post, hat sich das warten echt gelohnt!!!

    keep up the good work

    peace
    Mr.Watson

  2. Sehr interessanter Post.
    Schön das es noch Leute wie dich gibt, Die sich unsere Sache voll und ganz widmen!
    Mach aufjedenfall weiter so, ich freue mich über jede News! 🙂

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