Berichte von der Front: Mobb Deep – Hell On Earth (1996, Scan und Video)

Als langjähriger Fan musste man vor sieben Monaten erschüttert zur Kenntnis nehmen, dass sich Mobb Deep zerstritten hatten. Auf Youtube tauchten zwei Videos von Havoc  – Same Shit Different Day und Separate (The Real from The Fake) – auf, die beide offensichtlich gegen Prodigy gerichtet waren. Scheinbar war alles aber nur halb so wild, denn vor einer Woche kam es offiziell zur Wiedervereinigung, wie beide im Interview bestätigten. Eine gute Gelegenheit, sich an Zeiten zurückzuerinnern, in denen der Mobb zu beschäftigt war, um sich mit wertlosem Beef unter Freunden aufzuhalten. In meiner Altpapier-Sammlung habe ich nämlich diese wunderschöne Anzeige zum Erscheinen von Hell On Earth gefunden:

Mobb_Deep_Hell_On_Earth

Wie man lesen kann, handelt es sich hier um den Nachfolger zu The Infamous (1995), das bei nicht wenigen Leuten in den Top 10 der besten Alben aller Zeiten zu finden ist. Dafür ist natürlich auch der Smash-Hit Shook Ones Part II verantwortlich – einer dieser Tracks, die man auspackt, wenn jemand fragt, was denn an 90er Rap so toll gewesen sein soll. Auch Hell On Earth hatte überdurchschnittlich viele Banger an Bord. Zu meinen Lieblings-Tracks damals gehörte definitiv das epische G.O.D. Part III. Über Soundtrack-Samples aus Scarface kann man geteilter Meinung sein, aber wenn, dann bitte so.

Über jeden Zweifel erhaben ist hingegen der Titeltrack Hell On Earth (Front Lines). My cause, tap all jaws, lay down laws… Hier wird wieder deutlich, was den Reiz von Mobb Deeps Musik ausmacht. Einerseits die punktgenaue Produktion von Havoc, die er sich selbst und Partner Prodigy nach Maß anfertigt, andererseits die harten, absolut kompromiss- und humorlosen Lyrics des Duos. Nach diesem Grundrezept entstanden solche in Beton gegossenen Meisterwerke wie Hell On Earth. Das Video dazu ist genauso düster wie der Track: Die Kulisse ist Queensbridge, der Hintergrund Manhattans Skyline, und hinter der nächsten Ecke lauert die Apokalypse. Was zu lachen gibt’s woanders.

Auch die Gäste auf der LP waren allererster Güte: Der Clan sandte die Vertreter Method Man und Raekwon, und mit Nas, Big Noyd und Twin Gambino (Big Twins) war auch die Queensbridge-Nachbarschaft am Start. Insgesamt ist Hell on Earth ein starkes Album, das nahtlos an The Infamous anknüpft und zusammen mit diesem als Gesamtwerk betrachtet werden sollte. Nicht viele Gruppen schaffen es, zwei Klassiker auf Albumlänge im Abstand von nur einem Jahr zu veröffentlichen. Mobb Deep ist dieses Kunststück auf jeden Fall gelungen.

4 Gedanken zu “Berichte von der Front: Mobb Deep – Hell On Earth (1996, Scan und Video)

  1. Mobb Deep Alter. Reunion war und Welttournee kommt!!

    Neben Onyx, M.O.P., Wu-Tang, D.I.T.C., Ex-Gang-Starr auf jeden Fall die Besten aus N.Y.! Oder kennt ihr noch Crews der 90er, die daran rankommen?

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