Der gefährliche Snoop Dogg kommt nach Berlin (1998)

Die Vorliebe von Journalisten und Redakteuren, in Sachen Sprechgesang mit Alliterationen zu glänzen, zeigte sich bereits früh: Was heute der oft zitierte Rüpel-Rapper ist, war 1998 also der Großstadt-Gangster. Snoop Dogg jedenfalls versetzte auch die Hauptstadtpresse in helle Aufregung, als er seinen Besuch ankündigte – damals war es noch nicht üblich, dass Musiker mit Strafakte einfach so Konzerte geben, ohne dass Ausschreitungen vermutet wurden. Dementsprechend rechnete man auch im Berliner Tagesspiegel mit dem Schlimmsten.

Zu Wort in dem Artikel kommt auch Spaiche, Mitglied der SWAT-Posse, Hip-Hop-Mobil-Initiator und Breaker – dieser wurde eigentlich immer befragt, wenn in der Tagespresse eine kompetente Meinung zum Thema Hip Hop gebraucht wurde. Ansonsten wird auch dieser Artikel bei allen, die sich mit der Materie etwas auskennen, die üblichen Irritationen hervorrufen (der Wu-Tang-Clan gehört also zu den „Bösesten der Bösen“, achso). Hinzu kommt die Marotte, Künstler- und Klarnamen (siehe Tupac Shakur) andauernd in Anführungszeichen setzen zu müssen, damit auch ja jeder merkt, wie seltsam dieser ganze Rap-Verein doch eigentlich ist – obszön, aggressiv und gewaltverherrlichend eben.

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