Deutschrap Classics: Dynamite Deluxe – Weg vom Set (1998)

dynamite-deluxe-weg-vom-set-600 Ihr verkauft Lieder als Schauspieler, wir müssen unseren Job erledigen: Weg vom Set ist nicht nur mein unangefochtener Favorit von Dynamite Deluxe, sondern auch mein Lieblingstrack aus der gesamten Eimsbush-Ecke. Wenn ich mich richtig erinnere, hatte sich mein Bruder damals 1998 die CD Kurz und schmerzlos geholt. Der Soundtrack zum Spielfilmdebüt des Hamburger Regisseurs Fatih Akin, angesiedelt im Gang-Milieu der Hansestadt, erschien auf dem Hamburger Label Yo Mama Records und featurete 11 Tracks von Rappern aus – richtig – Hamburg (bzw. dem hohen Norden): Doppelkopf, Nina MC, Ferris, EinsZwo, 5 Sterne Deluxe und Konsorten. Es war wahrscheinlich das erste Mal, dass ein Kinofilm einen reinen Deutschrap-Soundtrack spendiert bekam.

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Der Großteil der Tracks war (zunächst) exklusiv nur auf dieser CD/LP zu finden – so auch Weg vom Set, der meines Wissens nirgendwo anders veröffentlicht wurde. Ich fand das Lied schon beim ersten Hören nahezu perfekt: Der Beat war damals ganz genau meine Kragenweite, ein traumhaft schöner Loop, ein paar satte Drums drunter, fertig. Dazu kamen Samys geschmeidige Flows und Cuts von DJ Dynamite am Ende. Die gegen Poser und Faker gerichtete Aussage spiegelte den kleinsten gemeinsamen Nenner der damaligen Rap-Gemeinde wider, die sich mit zunehmendem Ausverkauf konfrontiert sah. Aber der beste Text nützt nicht viel, wenn der Beat kacke ist, deshalb endlose Props an DJ Dynamite und Tropf, die das Ding aus dem Sampler zauberten und damit einen meiner persönlichen Rap-Klassiker hervorbrachten.

Den Film habe ich übrigens nie gesehen, auch wenn ich es zu irgendeinem Zeitpunkt mal vorhatte… hat sich aber einfach nicht ergeben. Wer Kurz und schmerzlos auch nicht kennt und eine Entscheidungshilfe braucht, der kann sich hier den Trailer geben.

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