West Coast ’88: Fünf Alben von der Westküste, die dieses Jahr 30 werden

Hier ist ein kleiner Reminder, welche fünf Klassiker des West-Coast-Rap dieses Jahr die dicke 3-Null vollmachen. Es ist schwer vorstellbar, dass es tatsächlich drei Jahrzehnte her sein soll, dass der crazy motherfucker named Ice Cube direkt aus Compton mit der Abgesägten um sich ballerte oder Too $hort es sich von Nancy Reagan besorgen ließ. Wenn ich so darüber nachdenke, kann 1988 eigentlich erst 10, 12 Jahre her sein… wie auch immer, ich hoffe, zumindest ein oder zwei der folgenden LPs kriegen noch einen Jubiläums-Mix von irgendeinem fähigen Plattenjongleur da draußen spendiert. Von jedem Album habe ich einen Favorite-Track gepickt, aber nur als Teaser… so richtig genießen sollte man jedes einzelne dieser Werke selbstverständlich in seiner glorreichen Gesamtheit.

N.W.A – Straight Outta Compton

Dass es knapp 30 Jahre nach Erscheinen dieses Klassikers einen Film mit dem gleichen Titel geben würde, hätte damals niemand gedacht. Ich habe Straight Outta Compton unzählige Male gehört, vom titelgebenden Opener bis Quiet On tha Set (Something 2 Dance 2 habe ich regelmäßig dezent abgeklemmt). Mein heimlicher Favorit war jedoch immer Parental Discretion Iz Advised, auf dem vor allem Ice Cube einen geradezu gottgleichen Einstieg hinlegt.


Eazy-E – Eazy-Duz-It

Nach dem Zerbrechen von N.W.A zählten Eazy und MC Ren zu meinen Solo-Favoriten von der Westküste. Auch auf Eazys Debüt hatten die beiden ein paar starke gemeinsame Momente – wie auf dem aus Rens Feder geflossenen Nobody Move, meinem Lieblingstrack von Eazy-Duz-It: die Geschichte eines bewaffneten Raubüberfalls mit unerwarteten Wendungen, transsexuellen Geiseln und Ren als Komplizen.


King Tee – Act A Fool

Das erste Album von einem der am meisten unterschätzten Rapper der Westküste erschien ebenfalls 1988: King Tee, dem Vernehmen nach der Lieblingsrapper von The Notorious B.I.G., spielt in der allerersten Liga, was Rap von der Left Coast angeht. Alle seine Alben sind wahrhaftige Klassiker – At Your Own Risk, Tha Triflin‘ Album, IV Life… und natürlich sein Debüt, Act A Fool, größtenteils produziert von DJ Pooh.


Ice-T – Power

Es ist nicht belegt, wie viele Leute sich das Album wegen Darlene Ortiz und ihrem legendären Badeanzug gekauft haben, aber den einen oder anderen neuen Fan dürfte Ice-T seiner damaligen Freundin zu verdanken haben. Neben dem Geniestreich von einem Cover (Vorder- und Rückseite, bitte) ist auch die Musik erste Wahl. Der beste Track für mich war immer High Rollers.


Too $hort – Life Is…

Das hier ist tatsächlich Too $horts fünftes Album… genau, sein fünftes, und wir schreiben das Jahr 1988, nur zur Erinnerung. Der Pimp-Pionier aus Oakland kann gar nicht genug gewürdigt werden, und Life Is… Too $hort brachte uns Perlen wie das großartige City Of Dope oder die fast 8-minütige Tirade CussWords mit der im Intro angesprochenen Nancy-Reagan-Zeile. Eine Inspirationsquelle für unzählige Rapper der Bay Area und darüber hinaus!