Golden Era Favorites: 10 Rap-Alben, die dieses Jahr auch 25. Jubiläum feierten

Der letzte Tag des Jahres 2016 ist angebrochen, und was gab es nicht für Jubiläen: De La Soul Is Dead, Low End Theory von ATCQ, All Souled Out von Pete Rock & CL Smooth, Breaking Atoms von Main Source, das erste Album von 2Pac und von Cypress Hill und viele weitere haben jetzt ein sattes Vierteljahrhundert auf dem Buckel. Hier sind 10 meiner persönlichen Favoriten von 1991, und man sieht, auf welchem Film ich damals unterwegs war – kein A Tribe Called Quest oder De La Soul im Schrank, dafür die Convicts und halb South Central. Eins haben sie alle gemeinsam: Es handelt sich um echte Klassiker, über die dieses Jahr nicht halb so viel geredet wurde, wie sie es verdient gehabt hätten.

N.W.A – Efil4zaggin (1991)

Nicht nur das letzte, sondern auch das mit Abstand finsterste Werk der Niggaz Wit Attitudes. Ich besaß dieses Album noch vor Straight Outta Compton und werde es für immer lieben, der Reinkommer Real Niggaz Don’t Die ist einer der härtesten Tracks aller verdammten Zeiten.


Ice Cube – Death Certificate

Ice Cubes bestes Solo-Album, und das will was heißen. Die ganze Scheibe kocht über vor Wut und ist das musikalische Prelude zu den L.A. Riots, die Los Angeles einige Monate später ins Chaos stürzen sollten. Berüchtigt waren die Tracks Black Korea und der N.W.A-Diss No Vaseline, ich habe Givin‘ Up The Nappy Dug Out, Us und Man’s Best Friend zu Tode gepumpt.


Scarface – Mr. Scarface Is Back

Das erste Solo von Scarface (Geto Boys) ist ein Meilenstein des texanischen Raps. Staubig, brutal, nihilistisch, so wie es damals im Süden üblich war. Die Hauptthemen sind Mord und Totschlag, hauptsächlich aus der Ego-Perspektive vorgetragen, aber auch die erstklassige Erzählung A Minute to Pray and a Second to Die ist drauf und zeigt Faces Vielseitigkeit bereits in seinen rohen Anfangstagen.


DJ Quik – Quik Is The Name

Das Debüt von Quik ist schon wegen Born And Raised In Compton absolutes Pflichtprogramm, der locker-flockige Party-Hit Tonite dürfte der bekannteste Track vom Album sein. Die Beats von Quik sind jedenfalls alle Killer, das Instrumental Quik’s Groove beispielsweise ist der perfekte L.A.-Chiller.


Comptons Most Wanted – Straight Check N’Em

DJ Mike T ist sicher kein DMC-Champ, dafür cuttet er hier eins der atmosphärischsten Intros aller Zeiten zusammen. Allein wegen Growin‘ Up In The Hood muss man dieses Album haben, (das gilt auch dann, wenn man schon den Boyz N The Hood-Soundtrack sein eigen nennt, doppelt hält bekanntlich besser). MC Eihts patentierte Kombo aus ruhiger Delivery und ultrabrutalen Texten jagt einem auf düsteren Tracks wie Drive By Miss Daisy kalte Schauer über den Rücken.


Ice-T – Original Gangster

Ein Monster von einem Album: 24 Tracks samt Skits hält dieses Mammutwerk von Tracy Marrow bereit. Original Gangster, Mind Over Matter und Pulse of the Rhyme waren meine Faves, New Jack Hustler sowieso. Hier findet ihr Videos zu sämtlichen Stücken.


Convicts – Convicts

Das legendäre Texas-Tag-Team bestand aus Big Mike und dem im November 2016 verstorbenen Lord 3-2. Ein Album, das heute niemals rauskommen könnte, ohne dass die auf Political Correctness getrimmte Öffentlichkeit aus Protest kollektiven Sebstmord begehen würde. Dieses Machwerk sollte man für den vollen Genuss komplett hören, was man hier tun kann.


The Terrorists – Terror Strikes: Always Bizness, Never Personal

Das dritte Album aus Texas in dieser Liste kommt mit einem der besten/schlechtesten Coverartworks aller Zeiten. Meine Favorites waren Fuck The Media mit Support von Bushwick Bill und Dead Bodies featuring Point Blank, legendär auch der South Park Coalition-Posse-Cut am Schluss der Scheibe.


Tim Dog – Penicillin On Wax

Kann ich guten Gewissens eine Platte auf eine Liste wie diese setzen, auf der Fuck Compton proklamiert wird? Kurze Antwort: Ja, kein Problem. Tim Dogs Solo-Debüt ist eines der unterhaltsamsten und härtesten Alben der 90er mit teilweise unfassbaren Lyrics, die heutzutage zwangsläufig ein Gerichtsverfahren nach sich ziehen würden – siehe z.B. Secret Fantasies. featuring Kool Keith und En Vogue als unfreiwilligen Special Guests…


The Geto Boys – We Can’t Be Stopped

Das erste Album der Geto Boys in meiner Sammlung, und Junge, was für ein prägendes Erlebnis. Bushwick Bill mit rausgeschossenem Auge auf dem Cover (sein von Ganksta NIP geschriebenes Solo Chuckie lehrt heute noch jedem Horrorcore-Track das fürchten) passt perfekt zu dieser Tour de Force für Hartgesottene. Unvergessen bleibt Track 6: Mind Playing Tricks on Me.

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