Die Eskapaden des Ol‘ Dirty Bastard: 8 Freestyles, Interviews und Ausraster

Ol' Dirty Bastard Interviews Freestyles 650There’s no father to his style, sagte Method Man einst über Ol‘ Dirty Bastard – wahre Worte, nicht nur in musikalischer Hinsicht, denn für seine Eskapaden war ODB ebenso berühmt-berüchtigt wie für seinen Rap. Hier ist ein kleiner Überblick über die legendären Momente von Dirt McGirt aka Big Baby Jesus aka Ason Unique aka Osiris, mit denen er seine speziellen Ruf zementierte.

… bei YO! MTV Raps

Man weiß in Anbetracht seines tragischen Endes nicht so recht, ob man lachen oder weinen soll, wenn man sich ODBs Auftritt bei Yo! MTV Raps noch einmal ansieht. Ed Lover, Dr. Dre und T-Money amüsieren sich jedenfalls prächtig, als Ol‘ Dirty komplett besoffen und lallend im Studio aufkreuzt. Der völlig teilnahmslos dasitzende Wu-Affiliate / Gigant Buddha Monk macht die Szenerie nicht weniger bizarr. Am Ende kickt ODB noch einen Freestyle in allerbester Drunken-Master-Manier, bevor Ed Lover ihn abwürgt und – fast schon prophetisch – als „Elvis Presley des Rap“ verabschiedet.

… barfuß in Brooklyn

Jesus läuft barfuß über’s Wasser, Big Baby Jesus läuft barfuß über Brooklyner Asphalt und trägt die Hosen so tief, dass der Style schon als Mutprobe durchgeht. Dabei schwadroniert er über Kinder, Bildung und den Teufel; nebenbei kündigt er noch ein Album namens The Black Man Is God an. Hat etwas vom Straßenprediger an der Ecke, der dir erklärt, warum die Welt morgen untergeht.

... mit MTV in Los Angeles

Ol‘ Dirty chillt in diesem Interview-Rohschnitt mit MTV-Newsmann John Norris hinter den Kulissen in Los Angeles und lümmelt sich gut gelaunt auf der Couch. Norris hingegen scheint nicht so recht zu wissen, wie er sich neben dem unberechenbaren Osiris fühlen soll und präsentiert die gesamte Emotionsskala von amüsiert bis verängstigt.

… in der Carson Daly Show

In dieser Call-In-Show auf MTV mit Carson Daly ruft eine alleinerziehende Mutter aus Florida an und möchte wissen, was die anwesenden Gäste auf der Couch – Canibus, Pras von den Fugees und Ol‘ Dirty – eigentlich der Community zurückgeben. Die doch recht ausführlich gestellte Frage wird von ODB in aller gebotenen Kürze beantwortet.

… bei den Grammy Awards 1998

Scheiß auf die Neuauflage featuring Kanye und Taylor Swift von 2009, das hier ist das Original: 1998 gewann Puff Daddy den Preis für das beste Rap-Album des Jahres. Ol‘ Dirty war da vollkommen anderer Meinung. Während die Sängerin Shawn Colvin ihren Grammy für den besten Song entgegen nehmen soll, entert er die Bühne, um seinem Ärger Luft zu machen: Eigentlich hätte der Wu-Tang Clan die Ehrung für das beste Rap-Album verdient gehabt, denn Wu-Tang is for the children. Persönlich tief enttäuscht ist er aber vor allem, weil er sich eigens für die Siegerehrung einen teuren, majestätisch-roten Godfather-Anzug angeschafft hat, der jetzt wieder in den Schrank wandert.

… auf Sozialhilfe

Es ist 1995. Ein Team von MTV News begleitet ODB, wie er für sich, seine Frau und einige seiner insgesamt 13 Kinder Essensmarken für Bedürftige abholen fährt. In einer Limousine. Mit Chauffeur. Sein Wohlfahrtsausweis zierte ja konsequenterweise bereits das Cover von Return to tha 36 Chambers – warum er als Rapper mit Majordeal Sozialhilfe bezieht, erklärt er uns kurz und einleuchtend: Why wouldn’t you want to get free money?

… auf irgendeiner Party

Die meisten Rapper reagieren allergisch, wenn man sie zum Freestylen auffordert, nicht so Ol‘ Dirty Bastard – trotz des nach eigener Aussage erheblichen Pegels legt er los wie die Feuerwehr, bevor der Interviewer seinen Satz beenden kann. DRINK BACARDAAAYY!

… auf Hawaii

Zu guter Letzt noch ein Kurzinterview während eines Tourstopps auf Hawaii. Warum das malerische Eiland im Pazifik definitiv eine Reise wert ist, fasst ODB besser zusammen, als es jeder Reisekatalog könnte: „In Hawaii, the lava alone make my dick hard.“ Kann es ein schöneres Schlusswort geben?

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