Auf die Fresse: Wreckx-N-Effect VS A Tribe Called Quest (1993)

New Jack Swing – viele werden bei dem Gedanken an diese Anfang der 90er populäre Musikrichtung erschaudern, andere werden ein unkontrolliertes Zucken im Tanzbein vespüren. Eines der bekanntesten Stücke des Pop/R’nB/Rap-Mischmaschs war Rump Shaker (1992) von Wreckx-N-Effect, das auf Partys und Musiksendern totgespielt wurde – ob Du wolltest oder nicht, Du konntest dem Zoom-a-Zoom nicht entgehen. Dahinter steckten Teddy Riley (Erfinder des New Jack Swing und später bei Blackstreet), sein Bruder Markell und Aqil Davison. Die Strophe von Teddy Riley wurde übrigens vom damals 19-jährigen Pharrell zu Papier gebracht.

http://www.dailymotion.com/video/xd518

 

Man muss nicht groß erörtern, dass zwischen All I wanna do is zooma-zoom-zoom-zoom in a boom-boom und A Tribe Quest Called Quest keine Welten, sondern musikalische Universen liegen. Trotzdem begegneten sich ATCQ und W-n-E im Jahre 1993, allerdings nicht auf soundmäßiger, sondern handfester Ebene. Der Grund war das legendäre Tribe-Stück Jazz  (We’ve Got).

http://www.dailymotion.com/video/x7oxfe

 

Phifes Zeilen “Me sweat another? I do my own thing / Strictly hardcore tracks, not a new jack swing” stießen den Wreckx-Members scheinbar sauer auf. Es kam zur Konfrontation in New York, deren Leidtragender vor allem Q-Tip war – er kassierte einen New Jack Schwinger, der in einer ernsten Verletzung am Auge resultierte. Die Folge: Im Video zu Hot Sex On A Platter musste er eine Maske tragen, um sein lädiertes Gesicht zu verbergen.

http://www.dailymotion.com/video/xn7yc2

 

Phife und seine Mannen waren übrigens nicht die einzigen, die mit New Jack Swing ein Problem hatten: Auch Ice Cube widmete dem verhassten Sound mit It ain’t no pop cause that sucks/And you can New Jack Swing on my nuts ein paar Zeilen. Da diese auf dem bedeutungsschwanger betitelten Track The Wrong Nigga To Fuck With fielen, nahm man in der NJS-Szene wohl Abstand von körperlichen Attacken.

 

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R.I.P. Adam “MCA” Yauch

5. August 1964 – 4. Mai 2012

http://www.dailymotion.com/video/x1v002

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Golden Samples Summer Edition: Jurassic 5 – Concrete Schoolyard (1998)

Let’s take it back to the concrete streets, original beats vom real live MCees: Der Start in die sonnige Jahreszeit muss selbstverständlich musikalisch passend untermalt werden, und wie könnte das besser gehen als mit Concrete Schoolyard, dem ultra-entspannten Sommer-Hit von Jurassic 5 aus Los Angeles. Der Himmel strahlt blau, die Straßen sind voll, der Bass kommt angenehm und der Eismann hat Vinyl für die Kinder dabei.

http://www.dailymotion.com/video/xcq9z

 

Ebenfalls gut auf der Gartenparty-Playlist macht sich das gesamplete Instrumental Getting Nasty, seinerzeit eingespielt von Ike Turner und den Kings of Rhythm. Wer hier nicht zumindest mit dem Fuß wippt, der macht irgendwas falsch. Genaus wie Concrete Schoolyard bestens geeignet zum Chillen mit einem kühlen Bierchen oder als Küchen-Soundtrack, wenn kiloweise Grillfleisch mariniert wird.

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A Bronx Tale: Fat Joe in den Neunzigern

Bevor sie berühmt wurden: 1993 – und damit mehr als 10 Jahre vor der Hitseller/Tanzschritt-Kombo Lean Back – erschien das Debüt des damals der Öffentlichkeit noch weitgehend unbekannten Fat Joe, schlicht und ergreifend Represent betitelt. Und repräsentieren war genau das, was er tat: Die Bronx, seinen  Körperumfang, die D.I.T.C.-Crew und seine puertoricanische Herkunft. Könnte man die Beats dieses Albums einer Gewichtsmessung unterziehen, dann würden sie mindestens so viele Kilos auf die Waage bringen wie Joey Crack. Nach der ersten Auskopplung Watch The Sound folgte die zweite Single Flow Joe, die den Spitzenplatz der Billboard Hot Rap Charts erklomm – gleichzeitig das erste Stück des guten Mannes, das ich hörte.

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Der Track kann durchaus als Messlatte für das gesehen werden, was Represent insgesamt bot: rauen New York Hardcore Rap mit viel prominenter Unterstützung. Allein die Producer-Liste liest sich wie ein Who-Is-Who der goldenen NYC-Ära: Lord Finesse, Showbiz, The Beatnuts, Diamond D. Lyrische Beiträge gibt es unter anderem von Grand Puba, Diamond D, Apache und Kool G. Rap. Die letzten beiden vergolden auch den finstersten Track des Albums, You Must Be Out Of Your Fucking Mind.

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Richtig gute Stimmung verbreitet dank des Samples (Bobbi Humphrey – Blacks and Blues) und der nicht weniger nicen Drums der Track Another Wild Nxxxxr From the Bronx, produziert von Chilly Dee. Gefeatured werden Gismo, Kieth Kieth und Battlekönig King Sun von der Zulu Nation.

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Zwei Jahre später erschien das Folgewerk, für dessen Titel Joe seine Initialien verwendete: Jealous One’s Envy. Enthalten waren wieder jede Menge Bomben-Tracks, Unterstützung gab es von KRS-One (auf A Bronx Tale) und erstmals auch vom Terror Squad Member Big Pun, der seit mehreren Jahren mit Fat Joe befreundet war und hier sein offizielles Debüt feierte. Unter den Auskopplungen stach für mich die erste Single namens Success heraus: Auf einem relaxten Beat mit bedrohlicher Note macht Joe keinen Hehl daraus, dass er den Weg zum ganz großen Schotter sucht.

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Neben D.I.T.C.-Kumpel Diamond D hatten auch Joe Fatal, Domingo und L.E.S. die Finger an den Reglern, und DJ Premier steuerte gleich zwei Remixe bei – einen für Success, den anderen für den Track The Shit Is Real vom Debüt Represent.

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Die letzten Jahre der 90er nutzte Fat Joe für diverse außermusikalische Aktivitäten und investierte sein Geld in den Halftime-Shop in der Bronx, einen Friseursalon sowie die Klamottenmarke FJ560. Das letzte Album, dass das Schwergewicht vor dem Wechsel ins neue Millenium auf den Markt schmiss, trug den Titel Don Cartagena (1998) und stellte gleichzeitig sein Debüt auf Atlantic-Records dar. Features von Jadakiss über Nas bis zu Raekwon bereicherten die LP, das beste Stück liefert Joey Crack aber in Form des All-Time-Classics The Crack Attack alleine ab. Der Beat ist ein pianolastiger Geniestreich von L.E.S. aus Queensbridge, der sich auf ewig in die Gehörgänge einbrennt und dem Dicken auf den Leib geschneidert wurde – in Übergröße, versteht sich.

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Mit seinen folgenden Alben bewegte sich Fat Joe immer mehr in massentauglicheren Gefilden, der internationale Durchbruch war spätestens mit Lean Back (2004) geschafft. Mehr als 10 Alben und unzählige Singles, abgespeckte Kilos und Diss-Attacken gegen Lieblingsfeind 50 Cent später ist Fat Joe weiterhin im Rap-Business aktiv. Auch wenn seine neueren Releases nicht mehr jedem gefallen dürften, der ihn damals gefeiert hat, so verbergen sich auf seinen aktuellen LPs immer wieder sehr gute Tracks, die Erinnerungen wecken – beispielsweise Valley Of Death oder I’m Gone auf dem 2010er-Release The Darkside Volume 1. Die Geschichte aus der Bronx ist noch nicht zu Ende.

 

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Beastie Boys – Sure Shot LIVE (VIVA Freestyle, 1994)

Auch die Beastie Boys rockten einst das Feestyle-Studio, und zwar die karge Urversion davon. Die Jungs haben bis zum heutigen Tag weltweit mehr als 40 Millionen  Platten verkauft und es tatsächlich geschafft, sich während ihrer 26-jährigen Bandgeschichte nicht einmal zu trennen. Letztes Jahr kam mit Hot Sauce Committee Part Two ihr mittlerweile achtes Studioalbum auf den Markt. In diesem Clip von 1994  performen Ad Rock, MCA und Mike D ihren Hit Sure Shot vom 94er-Album Ill Communication in einer alternativen Version, am Pult steht DJ Hurricane, im Hintergrund geht Moderator Torch ab – enjoy!

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P.S.: Anscheinend wurden die Beastie Boys am vergangenen Wochenende in die legendäre Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen… Glückwunsch!

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Pünktlich zu Ostern: Welche MCs verstecken sich in diesen Videos?

Gesicht zeigen ist das Motto: Pünktlich zum Osterfest spielen diverse MCs in den folgenden sechs Videos verstecken. Der Schwierigkeitsgrad variiert, nach jedem Video könnt Ihr die Lösung per Klick abrufen – also Cursor auf den Pause-Button, Abzugsfinger an die Maus und los!

 

Black Moon – Who’s Got The Props (1993)

In der Crowd verbergen sich zwei Rapper, die auch heute noch äußerst umtriebig sind. Man munkelt, dass einer von ihnen bald ein Kollabo-Album mit einer NYC-Legende veröffentlichen wird. Schwierigkeitsgrad: Dank der pixeligen Niedrigqualität und der schnellen Schnittfolge sehr hoch…

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In den Posse-Shots tummeln sich Necro (im rot-blauen Polo) und Ill Bill… kaum zu erkennen, aber sie sind es wirklich. Ich hätte es auch nicht erkannt, aber Necro klärt uns in diesem Foren-Eintrag auf, Zeitangaben inklusive. Zusammen mit Kool G Rap wird der Braunstein-Bruder demnächst den Longplayer Godfathers auf den Markt bringen, Ill Bill arbeitet an diversen Solo-Projekten (unter anderem mit Sean P) und dem nächsten Album von La Coka Nostra

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Masta Ace Incorporated – Sittin’ On Chrome (1995)

Wenn der Juice-Crew Veteran anruft, dann kommen sie alle. Wenn es im Video auch noch Autos und Frauen zuhauf gibt, dann ist das sicherlich kein Hindernis. Vielleicht waren die diversen Hip-Hop-Kollegen aber auch eher zufällig auf der Car-Show / im Strip-Club anwesend… von wem ist die Rede?

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Die Jungs von Channel Live, Doug E. Fresh und Big L chillen auf der Autoshow, Son Doobie von Funkdoobiest und DJ Red Alert hängen im Strip-Club ab. Die X-Rated-Version des Videos wurde übrigens ausschließlich in besagtem Club gedreht, Chrom spielt da nur noch eine untergeordnete Rolle.

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Gang Starr – Suckas Need Bodyguards (1994)

Fake MCs, they always act hard, but won’t walk the streets without they bodyguard – das war 1994 die Wahrheit, und heute sieht es nicht anders aus. Neben Guru und DJ Premier sind hier einige andere Herren am Start, die ebenfalls wenig Bock auf Fakes haben.

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Ein junger Fat Joe und Freddie Foxx aka Bumpy Knuckles verstärken Gang Starr mit Masse, und das lyrische Schwergewicht Big L ist sowieso mit von der Partie, wenn es Fake MCs an den Kragen geht.

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Cypress Hill – How I Could Just Kill A Man (1991)

Sogar DJ Muggs droppt auf diesem Hit von 1991 ein paar Zeilen, dafür verhalten sich zwei gestandene MCs im Video eher schweigsam… es sollte aber nicht allzu schwer zu erkennen sein, wer da lässig im Hintergrund abhängt, während Cypress Hill davon berichten, wie sie einfach einen Mann töten können.

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Neben A Tribe Called Quests Q-Tip sorgt auch Ice Cube im Georgetown-Hoyas-Blouson für visuelle Unterstützung, selbstverständlich bevor das gute Verhältnis zwischen ihm und der Muggs-Crew den Bach runterging. So tauchte Cube im Video zu Throw Your Set in the Air nur noch in Form von Eiswürfeln auf, die in B-Reals Hand zerquetscht werden.

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Dr. Dre ft. Snoop Doggy Dogg – (Fuck Wit) Dre Day (1993)

Auf diesem Track holten Dre und Snoop zum Rundumschlag aus – unter anderem gegen Tim Dog, Luke von der 2 Live Crew und Eayz-E. Im Video sind zwei bekannte Rapper am Start, die sich zusammen mit dem Eazy-Double vom Plattenboss verarschen lassen und fragwürdige Tanz-Moves auf der Osterwiese hinlegen.

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Jawoll, der eine ist Dres Stiefbruder Warren G, der andere Geto Boy Bushwick Bill, der in Monologform auch auf The Chronic gefeatured wurde (Stranded On Death Row).

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Yaggfu Front – Busted Loop (1993)

DND, Big Spin und Jingle Bel setzten 1994 mit Action Packed Adventure ihre Heimat North Carolina auf die Rap-Karte. Aber wer ist bloß der arme Kerl, dessen Jeep die Yaggfu Front zu Beginn des Videos kapert?

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Richtig, es ist R.A. The Rugged Man, dessen Karre sich das Trio hier unter den Nagel reißt. Damals war er noch als Crustified Dibbs unterwegs, aber genau so rugged wie heute. Yaggfu Front steht übrigens für You Are Gonna Get Fucked Up (if you) Front.

 

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Der beste Rap-Film, der nie einer war: A Prince Among Thieves von Prince Paul (1999)

Tariq ist aufstrebender Rapper und auf der Jagd nach einem lukrativen Plattenvertrag. Sein Kumpel True schlägt ihm vor, das nötige Kleingeld für ein Demo-Tape durch Drogenhandel zu verdienen – mit fatalen Folgen.

Das klingt filmreif, trotzdem wurde “nur” ein Rap-Album daraus. Dabei ist “nur” die Untertreibung des Jahrhunderts, denn A Prince Among Thieves des Producers Prince Paul ist wahrscheinlich das beste Konzept-Album der Hip-Hop-Geschichte und hat einen Ehrenplatz in jedem Plattenregal verdient. In der Erzählweise ist die Story, die sich aus 35 Tracks und Interludes zusammensetzt, so manchem teuer produzierten Film um Längen voraus – Kritiker sprachen wiederholt von der “ersten gelungenen Rap-Oper“.

Das zum Album abgedrehte Video gibt die Geschichte zwar nur in stark komprimierter Form wieder, ist aber dennoch ein Geniestreich für sich. Was Ihr hier seht, ist die komplette, zehnminütige Version in erstklassiger Qualität. Popcorn rausholen und genießen!

Das Line-Up des Videos:

  • Breezly Brewin als Protagonist Tariq auf der Suche nach Kohle
  • Big Sha als Kumpel True
  • Kool Keith als durchgeknallter Waffenhändler Crazy Lou
  • Big Daddy Kane als (wie könnte es anders sein) Pimp Count Mackula
  • Chubb Rock als Gangboss/Rap-Manager Mr. Large
  • De La Soul als Crack-Kundschaft mit Hang zu Metaphern
  • Everlast großartig als Officer O’Maley Bitchkowski und El-P als Donut-fressender Verfolger-Cop
  • Xzibit als Convict #1 und Sadat X als Convict #2

 

Fin.

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